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Aufgabe 1 - ERP & SCM-Systeme

a) Was zeichnet zukunftsfähige ERP-Systeme aus? Nennen Sie fünf Erfolgsfaktoren hierfür.

b) Entwerfen Sie ein Projektteam für die innerbetriebliche Migration des ERP-Systems. Beschreiben Sie die wichtigsten Ziele des Projekts.

c) Was sind die fünf Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den Funktionen eines SCM- und eines ERP-Systems?


a) Erfolgsfaktoren eines zukunftsfähigen ERP-Systems.

Section titled “a) Erfolgsfaktoren eines zukunftsfähigen ERP-Systems.”

Zukunftsfähige ERP-Systeme zeichnen sich durch ihre Wandlungsfähigkeit aus, also die Fähigkeit, sich effizient und schnell an verändernde Geschäftsprozesse, neue Anforderungen und dynamische Umweltbedingungen anzupassen, ohne dass das komplette System ausgetauscht werden muss. Die Wandlungsfähigkeit lässt sich anhand folgender fünf Kriterien beurteilen (vgl. BAWB01, S. 21 f.):

  1. Skalierbarkeit
  2. Modularität
  3. Interoperabilität
  4. Unabhängigkeit und ständige Verfügbarkeit
  5. Selbstorganisation

b) Projektteam und Projektziele für die innerbetriebliche ERP-Migration

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Die Einführung eines ERP-Systems greift tief in die betrieblichen Abläufe ein, weshalb eine professionelle Projektorganisation aufgebaut werden muss. Das folgende Organigramm zeigt den Entwurf des Projektteams (vgl. BAWB01, S. 60 f.):

LenkungsausschussOberste KontrollinstanzGesamtprojektleiterOperative SteuerungTrusted AdvisorUnabh. BeratungProjektmitarbeiter> 50 % freigestelltKey UserSchlüsselanwenderExterne Dienstleisterbei Bedarf

Abb. 1: Eigene Darstellung, Organigramm Projektteam ERP-Migration, in Anlehnung an BAWB01, S. 61

Die Rollen im Einzelnen: Der Lenkungsausschuss bringt Projektziele mit Unternehmenszielen in Einklang und genehmigt Projektphasen. Der Gesamtprojektleiter steuert das Projekt operativ und berichtet an den Lenkungsausschuss. Der Trusted Advisor berät unabhängig die Geschäftsführung und fungiert als Mittler zum ERP-Anbieter. Projektmitarbeiter sind zu mehr als 50 % freigestellt und definieren die zukünftigen Soll-Prozesse. Key User kommen aus den Fachabteilungen, nehmen an Workshops teil und fungieren als Multiplikatoren. Externe Dienstleister werden bei fehlenden Kapazitäten als Berater oder Projektsteuerer hinzugezogen.

Bei einer agilen Einführung (z. B. nach Scrum) wird das Team zusätzlich um einen Product Owner (priorisiert Anforderungen, trägt Budgetverantwortung) und einen Scrum Master (Konfliktlösung, Projektverteidigung) ergänzt (vgl. BAWB01, S. 60).

Bereits vor der Migration muss eine klare Zielsetzung formuliert werden, um während des Projekts Orientierung zu bieten und nach Abschluss eine Erfolgskontrolle zu ermöglichen. Die wichtigsten Ziele lassen sich in drei Kategorien einteilen (vgl. BAWB01, S. 53):

Organisatorische Verbesserungen

Das neue System soll Geschäftsprozesse effizienter und transparenter gestalten. Hauptziele sind die Automatisierung von Routinevorgängen, die Reduktion manueller Arbeitsvorgänge und die nahtlose Integration bislang getrennter Abläufe, etwa zwischen Vertrieb, Materialwirtschaft und Controlling.

Technische Verbesserungen

Die Migration dient der Ablösung von Altsystemen durch eine Lösung, die dem aktuellen Stand der Technik entspricht. Dies beinhaltet die Schaffung anpassungsfähigerer Architekturen, die flexibel auf zukünftige Anforderungen und Umweltbedingungen reagieren können.

Verbesserung der Wettbewerbsposition und Wirtschaftlichkeit

Durch beschleunigte Prozesse (z. B. schnellere Abrechnungen, verkürzte Lieferzeiten) und Kosteneinsparungen (z. B. in der Bestandsführung) soll die Wettbewerbsfähigkeit gesichert werden. Zudem ist die Einhaltung des definierten Zielbudgets und -termins ein zentrales Projektziel; die Zielerreichung bestimmt maßgeblich, ob der Return on Investment der ERP-Investition gerechtfertigt ist.


c) Fünf Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen SCM- und ERP-Systemen

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1. Reichweite: Intern (ERP) vs. Unternehmensübergreifend (SCM)

ERP-Systeme fokussieren sich auf die Integration interner Unternehmensprozesse. SCM-Systeme sind unternehmensübergreifend ausgelegt und betrachten die gesamte Liefer- und Wertschöpfungskette aus Lieferanten, Unternehmen und Kunden (vgl. BAWB01, S. 11 u. 65).

2. Schwerpunkt: Strategische Planung (SCM) vs. Operative Ausführung (ERP)

SCM-Systeme legen ihren Schwerpunkt auf strategisches Management und netzwerkweite Planung. ERP-Systeme konzentrieren sich auf die operative Ausführung, z. B. Auftragsabwicklung, Bestandsführung und Fertigung (vgl. BAWB01, S. 66).

3. Funktionsumfang und Module

ERP-Systeme umfassen ein breites Spektrum kaufmännischer Module (Materialwirtschaft, Personalwesen, Finanz- und Rechnungswesen). SCM-Systeme sind auf logistische Spezialbereiche fokussiert: Transport- und Logistikmanagement, Lieferantenbeziehungsmanagement und kollaborative Absatzplanung (vgl. BAWB01, S. 9 ff. u. 66 f.).

4. Umgang mit Dynamik und Komplexität

Traditionelle ERP-Systeme stoßen bei der Abbildung dynamischer, unternehmensübergreifender Lieferketten an ihre Grenzen. SCM-Systeme sind speziell dafür entwickelt worden, diese Komplexität zu bewältigen und schnell auf kurzfristige Veränderungen zu reagieren (vgl. BAWB01, S. 65 f.).

5. Transparenz und Informationsaustausch

ERP schafft eine gemeinsame Datenbasis innerhalb des Unternehmens und beseitigt interne Informationssilos. SCM zielt auf Echtzeit-Transparenz über Unternehmensgrenzen hinweg, um Informationsverzerrungen wie den Bullwhip-Effekt zu reduzieren (vgl. BAWB01, S. 11 u. 65).


1. Ziel der Prozess- und Kostenoptimierung

Beide Systeme verfolgen das Ziel, Geschäftsabläufe effizienter zu gestalten, Durchlaufzeiten zu verkürzen und Kosten zu senken (vgl. BAWB01, S. 65 f.).

2. Funktionale Überschneidungen im Logistikbereich

Sowohl ERP- als auch SCM-Systeme bieten Kernfunktionen für Materialdisposition, Beschaffung, Bestandsmanagement und Produktionsplanung, mit unterschiedlichem Planungshorizont (vgl. BAWB01, S. 66).

3. Rolle als Integrationswerkzeuge

Beide Systeme dienen der Zusammenführung von Daten und Prozessen: ERP integriert interne Abteilungen in einer gemeinsamen Datenhaltung; SCM integriert die Informationssysteme der Netzwerkpartner auf übergeordneter Ebene (vgl. BAWB01, S. 11 u. 66).

4. Abhängigkeit von verlässlichen Daten

Beide Systeme basieren auf der Erfassung und Auswertung großer Mengen an Stamm- und Bewegungsdaten. Ohne hohe Datenqualität können weder ERP noch SCM ihre Planungs- und Steuerungsaufgaben erfüllen (vgl. BAWB01, S. 66).

5. Komplementäre Ergänzung

Ein SCM-System ist kein Ersatz für ein ERP-System, sondern eine funktionale Ergänzung. In der Praxis übernimmt SCM die netzwerkweite Planung und übergibt die operativen Aufträge zur internen Ausführung an das ERP-System (vgl. BAWB01, S. 66).