Aufgabe 5 - ERP-Prozesse und Kennzahlen
Aufgabenstellung
Section titled “Aufgabenstellung”Entwerfen Sie eine Übersicht der Prozesse, die durch das ERP-System unterstützt werden. Mit welchen fünf Kennzahlen können Sie Auswirkungen des ERP-Systems auf die Prozesse messen?
Lösung
Section titled “Lösung”Übersicht der ERP-unterstützten Prozesse
Section titled “Übersicht der ERP-unterstützten Prozesse”Ein ERP-System fungiert als zentrales Integrationswerkzeug, das die wesentlichen betrieblichen Funktionsbereiche durch eine gemeinsame Datenhaltung und die Automatisierung von Routinevorgängen miteinander verbindet (vgl. BAWB01, S. 10).
| Funktionsbereich | Unterstützte Kernprozesse |
|---|---|
| Vertrieb | Bearbeitung von Kundenanfragen und Angeboten, Auftragseingang, Versandsteuerung, Fakturierung (Rechnungsstellung), Verkaufsanalysen |
| Materialwirtschaft & Einkauf | Materialdisposition, Bezugsquellenermittlung, Bestellabwicklung und -überwachung, Wareneingang, Rechnungsprüfung |
| Fertigung & Disposition | Produktionsplanung, Materialbedarfsplanung (MRP), Kapazitätsplanung, Bestandsführung |
| Finanz- & Rechnungswesen | Laufende Buchführung, Forderungs- und Verbindlichkeitsverwaltung, Anlagenbuchhaltung, Liquiditätsmanagement, Finanz- und Budgetplanung |
| Personalwesen | Lohn- und Gehaltsabrechnung, Verwaltung von Zuschlägen und Prämien |
Tabelle 1: Eigene Darstellung, ERP-unterstützte Prozesse nach Funktionsbereichen, in Anlehnung an BAWB01, S. 9
Fünf Kennzahlen zur Messung der ERP-Auswirkungen
Section titled “Fünf Kennzahlen zur Messung der ERP-Auswirkungen”1. Durchlaufzeiten / Bestellzyklus (Zeitkennzahl)
Section titled “1. Durchlaufzeiten / Bestellzyklus (Zeitkennzahl)”Durch die Automatisierung von Prozessen und den Wegfall manueller Prüf- und Genehmigungsschritte steigt die Prozessgeschwindigkeit erheblich. Als Kennzahl eignet sich die Durchlaufzeit eines definierten Prozesses, z. B. des Bestellzyklus im Beschaffungswesen. Systemgestützte Lösungen können diesen Zyklus um bis zu 70 % verkürzen (vgl. BAWB01, S. 29).
2. Bestandskosten / Bestandswert
Section titled “2. Bestandskosten / Bestandswert”Ein integriertes ERP-System optimiert Lagerhaltung und Disposition und vermeidet dadurch sowohl Fehlbestände als auch unnötige Vorräte. Der Erfolg lässt sich am Bestandswert bzw. den Bestandskosten messen, die durch ERP-Unterstützung, etwa im E-Procurement, um 25 bis 50 % reduziert werden können (vgl. BAWB01, S. 29).
3. Umschlagshäufigkeit und Reichweite
Section titled “3. Umschlagshäufigkeit und Reichweite”Diese Kennzahlen aus dem Bestandscontrolling zeigen, wie effizient Materialien genutzt werden. Eine verbesserte Umschlagshäufigkeit oder die Reduzierung von „Lagerhütern” belegen, dass das ERP-System Überreichweiten abgebaut und die Kapitalbindung im Unternehmen verringert hat (vgl. BAWB01, S. 31).
4. Administrative Prozesskosten
Section titled “4. Administrative Prozesskosten”ERP-Systeme senken den organisatorischen und personellen Aufwand für Routinevorgänge erheblich. Der Rückgang administrativer Kosten, beispielsweise durch optimierte elektronische Abläufe in der Rechnungsverarbeitung oder Bestellabwicklung, kann 50 bis 70 % betragen und macht den Effizienzgewinn direkt messbar (vgl. BAWB01, S. 29).
5. Return on Investment (ROI) / Amortisationsdauer
Section titled “5. Return on Investment (ROI) / Amortisationsdauer”Als übergeordnete finanzwirtschaftliche Kennzahl fasst der ROI die realisierten Zeit- und Kosteneinsparungen zusammen und bewertet quantitativ, ab wann und in welchem Ausmaß sich die Investition in das ERP-System rechnet. Die Amortisationsdauer gibt dabei an, nach welchem Zeitraum die Einsparungen die Einführungskosten vollständig kompensiert haben (vgl. BAWB01, S. 51).